Listenwahl / Vorschlagslisten
Hallo,
bei uns im Betrieb muss dieses Jahr zum ersten Mal nach dem normalen Wahlverfahren per Listenwahl gewählt werden.
Was ich bei dieser Form der Wahl einfach nicht verstehe ist, warum sich ein Bewerber als zweiter, dritter oder so vorschlagen lassen sollte, wenn es doch offensichtlich viel lukrativer ist an oberster Stelle auf einer Liste zu stehen? Demnach wäre doch jeder an einer eigenen Vorschlagsliste interessiert, oder nicht?
Im Voraus vielen Dank für Ihre Antworten.
Community-Antworten (3)
12.01.2010 um 15:36 Uhr
Hi neufragensteller,
also "lukrativ" ist an einer BR-Wahl nun mal definitv nichts!!
12.01.2010 um 15:38 Uhr
@neuerfragensteller Vll. ist die Gruppe (die sich bewirbt) ja eine starke Gemeinschaft im Sinne des Art 9 GG. Auch würde es vll. schwierig mit den Stützunterschriften, wenn jeder seine eigene Liste macht!
13.01.2010 um 09:52 Uhr
@neuerfragesteller
Wieso MUSS per Listenwahl gewählt werden? Wenn es nur genau eine Liste gibt, bleibt es bei Verhälniswahl... Niemand zwingt Euch mehrere Listen beim Wahlvorstand einzureichen.
warum sich ein Bewerber als zweiter, dritter oder so vorschlagen lassen sollte
Weil es halt nicht nur erste Plätze gibt :-) Im Ernst, Listenwahl gibt es i.d.R nur, wenn es Gruppierungen mit unterschiedlichen Interessen gibt. z.B: legen Gewerkschaften i.d.R. Wert darauf eine eigene Gewerkschaftsliste zu führen, auf der Nicht-Gewerkschafter nichts verloren haben. Die Nicht-Gewerkschafter haben dann eben keine andere Wahl als eine eigene Liste zu machen. z.B. könnten auch unterschiedliche Betriebsteile (oder Abteilungen) ein Interesse daran haben eigene Listen einzureichen. Das war z.B. bei uns letztes mal der Fall. Wir haben bei uns eine zahlenmäßig dominante Abteilung die auch noch mindestens so viele Bewerber stellt wie Sitze zu vergeben sind. Wenn sich diese Abteilung zu 100% einig ist und die anderen Abteilungen ihre Stimmen nur auf ihre Bewerber aufsplittern ist das Ergbnis von vorneherein klar: BR = 100% dominante Abteilung. Das war bei uns quasi der Fall. Durch die Listenwahl kam ein anderes Stimmengewicht heraus und plötzlich waren auch andere Abteilungen im BR vertreten, zwar nur mit einem BRM, aber immerhin.
Demnach wäre doch jeder an einer eigenen Vorschlagsliste interessiert
Wenn es viele Listen mit nur einem Bewerber gäbe hätte man quasi wieder Persönlichkeitswahl, allerdings würden sich die Stimmen ziemlich weit aufsplittern, da ja jeder Wähler nur eine Stimme hat. Das führt dann u.U. paradoxerweise dazu, das eine dominante Abteilung mit sehr vielen einzelnen Listen aus ihrer Abteilung plötzlich möglicherweise untergeht, z.B. bei 200 MA und 40 Listen jede Liste statistisch nur 5 Stimmen erhält, während einige kleine Abteilungen mit je nur einem Bewerber überproportional viele erhält, z.B. 20 MA und eine Liste = 20 Stimmen.
Reine Mathematik. Interessengruppen müssen also (wenn es denn Listenwahl sein soll) gemeinsame Listen bilden - und dann müssen sie halt irgendwie ausbadowern wer auf welchen Listenplatz soll. Natürlich will gern jeder auf Nr. 1, aber das geht eben nicht.....
Ob Listenwahl oder nicht ergibt sich einfach aus der Interessenlage und ggf. auch auf der Machtverteilung der Wähler.....
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