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Betriebsrat wählen, wie mach ich's das ich's schaff ...

S
scipetti
Nov 2016 bearbeitet

Hallo,

als Mitarbeiter in einer kleinen Spedition mit ca 20 MAs bläßt uns im Zuge der Rezession nun auch der Wind entgegen und so werden Überlegungen angestellt, den doch recht unerquicklichen Verlautbarungen aus der Geschäftsleitung einen Betribsrat entgegenzustellen, nicht um mit der Geschäftsleitung auf Konfrotationskurs zu gehen, aber um unsere Intressen "mit einer Stimme" vertreten zu können.

Wie in der Branche nicht unüblich sind die Mitarbeiter allesamt nicht gewerkschaftlich Organisiert und es ist auch weit und breit niemand zu finden, der über einschlägige Erfahrungen verfügen würde. Einen Betriebsrat unter den gegebenen Bedingungen, als da sind europaweit verstreute Mitarbeiter, die in der Firmengeschichte wohl noch nie auch nur annähernd vollzälig an einem Ort zusammengekommen wären, aus der Taufe zu heben dürfte nicht ganz einfach werden. Dennoch erscheint mir in Anbetracht der Umstände die Zeit mehr als reif zu sein, daß wir uns als Arbeitnehmer organisieren, zumal schlecht Zeiten auch von noch schlechteren Zeiten abgelößt werden könnten und wir unorganisiert dann noch schlechter dastehen würden.

Seminare werden ja zum Thema reichlich angeboten und so wie ich das verstehe, müssen die wohl auch vom Arbeitgeber finanziert werden, allerdings sollte die Gründung eines Betriebsrats nicht einhergehen mit einem Dolchstoß, der der Firma in Form von Seminarkosten beigebracht wird. Ein Seminar für Betriebsratsmitglieder ist auch nur schwerlich zu belegen, wenn ein Betriebsrat noch garnicht existent ist.

Für Tipps, wie wir vorgehen könnten wäre ich außerordentlich Dankbar.

5.98506

Community-Antworten (6)

P
pirat

25.01.2009 um 11:24 Uhr

@scipetti, "Ein Seminar für Betriebsratsmitglieder ist auch nur schwerlich zu belegen, wenn ein Betriebsrat noch garnicht existent ist." das hast du richtig erkannt. Ich würde mal Kontakt zu Ver.di aufnehmen, und die Dolchstosskosten bewegen sich in Rahmen der Telefongebühren...

D
DonJohnson

25.01.2009 um 13:03 Uhr

@scipetti

"... allerdings sollte die Gründung eines Betriebsrats nicht einhergehen mit einem Dolchstoß, der der Firma in Form von Seminarkosten beigebracht wird. "

Dieser Terminus ist wohl ein wenig falsch gewählt, oder denkst du wir hier sind alles Mörder? Ganz ehrlich - vergleiche bitte mal die Seminarkosten mit den Kosten des AG für Schulungen für ihn oder "seine" Leute.

Ein Betriebsrat soll auch vertrauensvoll mit dem AG zusammenarbeiten und nciht auf Konfrontationskurs gehen.

Solltet ihr diesen Weg (einen Betriebsrat zu gründen) gehen wollen, macht euch bitte erst einmal Gedanken was für Rechte und Pflichten ihr dann habt. Dann überlegt sich jeder, ob er bereit ist dieses Ehrenamt auszuüben. Halbherzig sollte man das nciht machen und ohne Seminare werdet ihr euer Wissen nciht vergrößern können.

DAH
Der alte Heini

25.01.2009 um 13:22 Uhr

scipetti Bei dieser Betriebsgröße ist eine Betriebsratswahl einfach und schnell durchzuführen. Siehe § 14a BetrVG "Vereinfachtes Wahlverfahren für Kleinbetriebe".

S
scipetti

25.01.2009 um 18:56 Uhr

Hallo und danke für die Antworten.

ich denke ohne Gewerkschaftlichen Beistand werden wir wohl nicht weit kommen. Ver.di hat nicht grade einen guten Ruf unter LKW-Fahrern, zumindest bei denen, die in kleineren Transportunternehmen arbeiten, dennoch dürfte Ver.di doch der Ansprechpartner der Wahl sein. Was den Dolchstoß angeht, so wollte ich vermitteln, daß uns nicht etwa aufgrund negativer Nachrichten der Kamm schwillt und wir die Revolution ausrufen wollen, sondern daß es uns Sinnvoll erscheint, in schwieriger werdenden Zeiten auf dieses Instrument zurückgreifen zu können. Aktuell wurden verschiedene Absprachen aufgekündigt. Das bewegt sich weitgehend in dem Rahmen, in dem das dem Arbeitgeber möglich ist. Der Knackpunkt ist, daß in einigen Punkten noch Klärungsbedarf besteht. Hätten wir einen Betriebsrat, hätten diese Punkte geklärt werden können, bevor wir die Änderungen im Briefkasten vorgefunden haben. So stellt sich natürlich erstmal reichlich Unmut bei den Mitarbeitern ein. Was dabei herauskommt, wenn nun jeder einzeln zum Chef dackelt und Nachbesserungen fordert, kann man sich vielleicht vorstellen. Zur Zeit versuchen ein paar “Altgediente“ per Telefonrundruf ein wenig koordinierend auf die einzelnen Mitarbeiter einzuwirken. Diese Kollegen haben aber kein Mandat und da die aktuellen Änderungen sich auf verschiedene Mitarbeiter verschieden Auswirken (viele Einzelabsprachen), stehen sie nahezu auf verlorenem Posten.

@ Don Johnson

hier stellt sich die Frage, was war zuerst da, die Ei oder das Huhn! Ich denke schon, daß wir ernsthafte Kandidaten für den Posten als Betriebsrat hätten, wobei das Problem darin besteht, daß die Rechte und Pflichten für eine Belegschaft, bei der es vermutlich noch keiner jemals auch nur zum Klassensprecher gebracht hat (ich war wenigstens mal Stellvertreter) nicht so einfach zu überblicken sind. Dieses Problem ist sicher gravierend, aber sollte man deswegen auf einen Betriebsrat verzichten? Ich denke daß es Menschen gibt, die an einer Aufgabe wachsen können, was fehlt ist vielleicht der erste Anschub. Halbherzig dürfen wir dabei sicher nicht vorgehen. Auf der Agenda eines Betriebsrates würde sicherlich mehr stehen, als die Bewältigung einer momentanen Krise. Selbige könnte den Ausschlag dafür geben, das längst überfälliges endlich auch getan wird und ich sehe in einem Betriebsrat durchaus auch einen Gewinn für die Firma, auch wenn das unter den Gegebenen Umständen vielleicht schwer zu vermitteln ist.

D
DonJohnson

25.01.2009 um 20:32 Uhr

@scipetti

ok, ich habe mich kundig gemacht oder machen lassen, und bei einer Spedition wie ihr es seid ist es wohl anders als bei solchen die ich kenne. Also was den Klassensprecher angeht, darüber brauchen wir echt nciht zu reden, oder? Im Gegensatz zum BR ist das ein Spiel. Ich finde es klasse wenn sich neue Leute bereit erklären diesen "Job" zu übernehmen, keine Frage. Und auch wenn sie sich vorbewreiten werden sie merken, dass das alles für den .... ist. Die Realität sieht leider anders aus als die Theorie. Ich will hier keinen entmutigen, aber jeder sollte wissen was auf ihn zu kommt - und wir erzählen hier für einen jeden wirklich nur die Spitze des Eisbergs - gerade bei Neugründungen....

Ich wünsche allen wirklich alles gute. Es ist der richtige Weg, einer der einzuschlagen ist und eingeschlagen we3rden muß, aber er ist steinig. Laßt euch nicht entmutigen. Es ist ein Weg der sich lohnt, auch wenn man angefeindet wird usw.

Hoffentlich hast du es leichter als ich danmals, ich wünsche es dir und euerm Gremium

P.S. Das Zitat heißt eigentlich: Was war zuerst da, das Ei oder das Huhn - aber nichts für ungut...

Gruß DJ

S
scipetti

25.01.2009 um 21:19 Uhr

ohweia, "wenn Sie glauben ich wäre so blöd wie ich aussehe, dann sind Sie bei mir bei dem Richtigen gelandet!" hab's schnell geändert! ;-)

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