Betriebsratsgründung
Hallo allerseits, bin seit über 20 jahren in einem betrieb mit über hundert angestellten beschäftigt. es ist hier arbeitsrechtlich einiges im argen, einen betriebsrat gibt es nicht. da ich jetzt selbst in einer situation bin in der ich dringend einen betriebsrat brauchen könnte und es sicher vielen anderen beschäftigten auch so geht denke ich nach einen betriebsrat zu gründen. habe während meiner meisterausbildung zwar viel über arbeitsrecht gelernt in der auch der betriebsrat ein großes thema war aber das ganze ist mir doch etwas zu komplex um das ohne hilfe durchzuziehen. daher meine frage, wo finde ich hilfe und zwar von a-z? danke schon mal
Community-Antworten (25)
01.05.2015 um 18:46 Uhr
Warst Du schon bei der Gewerkschaft?
01.05.2015 um 18:50 Uhr
erstes problem...wir sind in keiner gewerkschaft, niemand gewerkschaftlich organisiert
01.05.2015 um 19:10 Uhr
schreckt scheinbar schon mal ab....noch ein paar infos....es handelt sich um eine firmengruppe, familiär geführt, mit vielen zweigen und niederlassungen, insgesamt etwa 4000 angestellte und es gibt in keiner niederlassung einen betriebsrat...ist von der geschäftsleitung einfach nicht erwünscht...und nicht ohne grund...das kanns doch nicht sein
01.05.2015 um 19:38 Uhr
Vertreten in einen Betrieb ist eine Gewerkschaft dann wenn ein AN Mitglied ist. Was seid Ihr denn für ein Betrieb?
01.05.2015 um 19:54 Uhr
Industriebetrieb Kunststoffverarbeitung....will nicht zu viel schreiben hier, der feind liest mit..;-)...kenn auch keinen der in einer gewerkschaft wäre...
01.05.2015 um 20:03 Uhr
Na es sind immer ein paar in der Gewerkschaft und oft von denen wo man es nicht meint bei uns sogar ein leitender ;-)
01.05.2015 um 20:16 Uhr
Natürlich kann man sich alles aus dem Internet herbeizaubern und auch selbst die Wahlordnung zum BetrVG lesen. Trotzdem ist es immer besser, wenn Ihr jemanden vor Ort habt, der hilft. Und das ist nun mal am besten die Gewerkschaft (die IG BCE nehme ich an). Und wenn der "Leidensdruck" hoch genug ist, wird doch der eine oder andere auch bereit sein und Mitglied werden.
01.05.2015 um 20:17 Uhr
Und die Moral von der Geschicht...........? Wenn man denn unbedingt einen BR gründen will, tritt man selber in die Gewerkschaft ein und bittet um Unterstützung.
01.05.2015 um 20:37 Uhr
Danke Nicoline das meinte ich mit ein AN reicht :-)
01.05.2015 um 20:38 Uhr
Schade...hab mir das einfacher vorgestellt...vielleicht ist die Bürokratie auch der Grund dafür das eine so große Firma es bis jetzt geschafft hat einen BR zu verhindern...und mit den Leuten machen kann was sie will...wo kein Kläger da kein Richter..dann werde ich halt weiterhin für meine Interessen alleine kämpfen müssen wie jetzt auch und zusehen wie die Leute verarscht werden....
01.05.2015 um 20:53 Uhr
das eine so große Firma es bis jetzt geschafft hat einen BR zu verhindern Die Firma hat das nicht geschafft, denn diese "Bürokratie", wie du es nennst, geht vom Gesetzgeber aus und nicht von der Firma. Verhindert haben es alle, die es gerne so einfach haben möchten wie du.
01.05.2015 um 21:05 Uhr
das seh ich anders...es ist allgemein bekannt in der firma dass kein BR erwünscht ist...es gab mal einen in einer niederlassung, aber von denen ist heute keiner mehr da...und @nicoline...ich glaub nicht dass dein kommentar angebracht ist, aber solche leute gibt es leider in jedem forum...wollte mich ja nur informieren...in diesem sinne..danke an moreno
01.05.2015 um 21:15 Uhr
Geh doch einfach mal ins nächste Gewerkschaftshaus und schilder mal Deinen Fall vielleicht gibt es ja doch jemand der Dir hilft.
01.05.2015 um 21:21 Uhr
Danke..das sind Infos die ich mir erwarte in so nem Forum...bin ja erst am Anfang meiner Bemühungen...kann ich zu jeder Gewerkschaft gehen? für uns ist ja nicht mal eine BG zuständig, wir sind ein Stifkind der BG Holz....
01.05.2015 um 21:26 Uhr
*ich glaub nicht dass dein kommentar angebracht ist. Ich glaube doch und bin der gleichen Meinung wie gironimo: "Und wenn der "Leidensdruck" hoch genug ist, wird doch der eine oder andere auch bereit sein und Mitglied werden."
...und mit den Leuten machen kann was sie will... dazu gehören immer zwei, der, der macht und der, der sich das gefallen lässt. Alleine etwas zu ändern in solchen Strukturen ist schwer bis unmöglich, das ist unstrittig. Aber gemeinsam, mit möglichst vielen Mitstreitern ist immer etwas möglich.
es gab mal einen in einer niederlassung, aber von denen ist heute keiner mehr da... Und trotzdem fragst Du hier nach und schreckst dann zurück, wenn Du merkst, dass es nicht so einfach ist............... Schade.
01.05.2015 um 21:33 Uhr
Ja einfach mal zur Gewerkschaft gehen die finden schon den richtigen Ansprechpartner für Dich.
01.05.2015 um 22:04 Uhr
ich hab keinen leidensdruck...hab auch noch andere optionen...ich habe einfach nur ein sehr ausgeprägtes rechtsempfinden und weiss dass das was da betrieben wird mit recht nicht viel zu tun hat..wie dem auch sei...danke für die infos...werde mal in mich gehen und das weitere überdenken...
02.05.2015 um 10:47 Uhr
Sprech doch mal die Arbeitskollegen/inen an, wo du der festen Meinung bist das die auch ein Br haben möchten. Bei 100 Leuten werden sich doch etwa 10 vertrauenswürdige finden lassen oder nicht? Musst halt bei denen klinken putzen, und am besten noch inne Gewerkschaft eintreten.
02.05.2015 um 14:11 Uhr
In meinem Betrieb wurde erst letztes Jahr ein BR gewählt. Das war ein steiniger Weg und nur einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern zu verdanken, die in einer Außenstelle saßen. Als noch steiniger stellte sich dann der Weg der BR-Arbeit dar. Da muss man einfach durch. Es gibt keinen leichten Weg. Mach' Dir klar, dass die Etablierung eines BR sich über Jahre hinweg zieht und verliere dabei nicht das Ziel aus den Augen.
Mein Rat: Geh' zu einer Gewerkschaft. Die sind immer bereit, hier zu helfen und einen durch die Formalien zu geleiten. Die müssen halt eingehalten werden. Die Gewerkschaftssekretäre haben darin gute Routine.
Und für die Zukunft ist ein Gewerkschaftsanschluss ebenfalls nützlich, weil Du als zukünftiger bzw. dann amtierender BR in Kontakt zu anderen BRs treten und von ihren Erfahrungen profitieren kannst. Das ist zwar (freizeit-)aufwändig, lohnt sich mE aber.
Parallel dazu guckst Du Dich im Kollegenkreis um, wer bei Projekt BR mitmachen will oder sich überzeugen läßt, diese Aufgabe zu übernehmen. Du brauchst Mitstreiter und das möglichst früh. Such' Dir auf jeden Fall Kollegen aus, die vertrauenswürdig sind. Die gefährlichste Phase der BR-Gründung ist die Zeit bis zur Erstellung der Listen und Abgabe an den Wahlvorstand. Dann erst greift der Kündigungsschutz der Kandidaten.
Wenn Deine Kollegen nicht mitziehen wollen, dann lass es. Oder nimm Dir das Thema immer wieder mal vor. Ein kleines, entschlossenes Grüppchen genügt! Wenn mal zur Betriebsversammlung zur Wahl eines Wahlausschusses gerufen wurde ist die Wahl nicht mehr zu verhindern.
Um Dich in das Thema einzustimmen empfehle ich Dir 'Betriebsrat für Dummies'. Da ist das Drumherum der BR-Arbeit und das - leider - komplizierte Wahlverfahren gut erklärt. Zudem unterstützt das Buch auch moralisch, denn BR-Arbeit ist sinnvoll!
Viel Erfolg!
02.05.2015 um 17:52 Uhr
ich sehe da schon probleme beim einberufen einer betriebsversammlung...dass der betrieb eine halbe stunde oder stunde steht ist undenkbar...dann haben wir auch noch 3 schicht betrieb...ich glaub unser betriebsleiter springt im dreieck....dann haben wir noch kraftfahrer die im laufe des tages mal nach hause lkommen..manche früher, manche später...aber es ist halt so dass im betrieb das arbeitsrecht mit füssen getreten wird...ich könnte da jede menge beispiele aufzählen...und es ist kein zusammenhalt da...und der einzelne der aufmuckt wird sofort mit verlust des arbeitsplatzes bedroht...ich hab für mich persönlich schon einiges erkämpft, auch an die chefetage geschrieben...gut , ich bin seit 23 jahren in der firma und solange ich meine arbeit mache und mir nix zuschulden kommen lasse bin ich nicht so leicht zu entfernen...zumindest kostet es geld...früher war ja alles ok....super betriebsklima...vernünftige bezahlung...aber etwa seit der umstellung auf euro hat sich das extrem gewandelt....versteckte lohnkürzungen, mehrarbeit ohne bezahlung oder ausgleich, bei längerer krankheit abzug von urlaubstagen, abmahnung wegen jeder kleinigkeit, druck ohne ende, etc. etc.....wo kein kläger da kein richter....
02.05.2015 um 18:07 Uhr
der nächste punkt...es wird immer mehr auf zeitarbeitnehmer zurückgegriffen, und die sind meist nicht so lange da um ein wahlrecht zu haben......einzig die schichtleiter, die fahrer, eine handvoll im lager und das büropersonal ist stammpersonal....das büropersonal ist der geschäftsleitung treu ergeben, die betrifft das ja auch nicht, die kann man schon vergessen, somit bleiben etwa noch 30 oder 40 die in frage kommen....ich glaub ich steh auf verlorenem posten....dachte nicht dass das so kompliziert ist...
02.05.2015 um 23:31 Uhr
Schade...hab mir das einfacher vorgestellt... dann werde ich halt weiterhin für meine Interessen alleine kämpfen müssen bin ja erst am Anfang meiner Bemühungen ich hab keinen leidensdruck...hab auch noch andere optionen... druck ohne ende, etc. etc..... ich glaub ich steh auf verlorenem posten....dachte nicht dass das so kompliziert ist...
Zusammengefasst, einige Deiner Aussagen, die nicht ganz ohne Widerspruch sind.
Du hast, nach meiner Auffassung, mehrere Möglichkeiten:
-
Alles so lassen, wie es ist => dabei ist es, wie es scheint, Dir persönlich ja nicht besonders schlecht gegangen.
-
Versuchen, einen BR zu gründen, mit allen dazugehörigen Schwierigkeiten, formaler wie persönlicher Natur (die damit einhergehenden Schwierigkeiten gehen nicht spurlos an einem vorüber => eigene Erfahrung). Keiner kann jemanden verurteilen, der sich dagegen entscheidet! Man braucht eisernen Willen und Durchhaltekraft und muss u.U. bereit sein, persönliche Interessen hintenan zu stellen!
-
Einen neuen Job suchen, wenn man mit dem, was bei euch abläuft, nicht zurecht kommt! Wird auch nicht ganz einfach, so lange, wie Du schon in der Firma bist.
Die Entscheidung musst Du selber treffen, kann Dir hier keiner abnehmen.
03.05.2015 um 02:25 Uhr
Hallo Quertreiber, ich hatte das gleiche Problem wie du. Wenn ein BR nicht gewünscht wird, rate ich dir dringend vom ,,Klinkenputzen,, ab, da es der Chef irgendwann doch erfährt und das könnte fatale Folgen für dich und evtl. Mitstreiter haben. Wenn du irgendeine Gewerkschaft anrufst, die Lage kurz schilderst und fragst, welche Gewerckschaft für euer Unternehmen zuständig ist, wird dir sicher geholfen. Geh einfach selber in die Gewerkschaft (habe ich auch so gemacht) und bitte sie um Hilfe bei der BR-Gründung. Die machen das schon, du mußt nur ruhig bleiben und niemandem davon erzählen. Die Gewerkschschaft steht dann sehr schnell auf der Matte und erklärt dem Chef was Sache ist und was ihn bei einer evtl. Blokade erwartet. Dann nehmen die Dinge ihren Lauf. Wichtig ist, das du in deiner schweigsamen Deckung bleibst und die Gewerkschaft mit Info's versorgst. Bei mir hat die Gewerkschaft nun ca. 4Wochen gebraucht, in 2Wochen ist die erste Betriebsversammlung mit Wahlvorstandswahlen. Bei mir hat der Chef den Braten und den treibenden Keil (also ich) gerochen und ich wurde gemobbt was das Zeug hält, dann brauchst du ein dickes Fell und Keine angst zeigen. Also besser einfach im Hintergrund schweigend die Gewerkschaft ihre Arbeit machen lassen. Verhindern kann es der Chef nicht...
Es ist schon erstaunlich, wie lange MA sich alles mögliche gefallen lassen bevor sie aktiv werden. Mein Chef und macht das seit 18Jahren und niemand steht für sein Recht auf. Ich bin seit 15Monaten in der Firma und war ein guter Freund vom Chef, bis ich sein ,,Spiel,, durchschaut und die Gewerkschaft gerufen habe. Ich konnte noch 3Mitstreiter gewinnen, was es der Gewerkschaft einfacher macht. Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Mitstreiterin, in dem sie mir erklärte, das sie froh ist das endlich jemand wie ich gekommen ist und klare Linien zieht. So eine Aussage motiviert dann schon....
03.05.2015 um 13:25 Uhr
@ Nicoline zu 1: schlecht gehts mir nicht, zumindest finanziell, aber psychisch sieht es anders aus. Die Leute werden am Boden gehalten durch Androhungen von Abmahnungen schon wegen Kleinigkeiten, und diese werden auch ausgesprochen wenn sie nur irgendwie haltbar sind. Somit indirekt die Bedrohung des Arbeitsplatzes. Bei mir wollte man auch mal eine Abmahnung aussprechen die nicht zu halten war. Mein Kommentar: Ich werde einen Anwalt aufsuchen und dagegen vorgehen und wenn ich schon mal dabei bin wird auch über ein paar andere Dinge zu sprechen sein. Plötzlich wollte man auch meine Version der Geschichte hören und somit war sie vom Tisch. Aber viele nehmen das einfach hin um das Ganze nicht noch schlimmer zu machen.Bei solchen Sachen hätte ein BR doch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.
zu 2: Das das Ganze nicht einfach wird war mir von vornherein klar, hab ja auch schon etwas recherchiert, aber dass das so kompliziert ist....
Zu 3: ich bin 50 Jahre alt, neuer Job ist schon von dem her nicht so einfach, auch wenn man hochqualifiziert ist. Zum anderen bin ich hier am Arsch der Welt und die Firma ist der größte Arbeitgeber hier, sein Einfluss reicht bis weit in das Jobcenter. Habe zwar schon des öfteren mit dem Gedanken gespielt mich selbstständig zu machen, aber das ist halt auch mit großen Risiken verbunden wie man weiß. Das beste wäre die 12 Jahre die ich noch habe die Füsse still zu halten aber das widerstrebt mir im innersten. Ich muss mich an die Gesetze halten und das verlange ich auch von den anderen. Aber danke für den konstruktiven Beitrag, sowas brauch ich als Denkanstösse. Ich weiß dass mir das keiner abnehmen kann aber sowas hilft einfach beim Abwägen des Für und Wider. @Frajore Genau das ist das Szenario das ich befürchte und ich denke man wird alles versuchen das Vorhaben im Keim zu ersticken. Möglichkeiten gibt es immer. Aber vielleicht wäre das dann der Kick den ich brauche um doch noch den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen wenn keine andere Möglichkeit mehr bleibt. ich war immer schon der Meinung dass alles Schlechte was dir widerfährt irgendwo auch was Gutes hat. Danke für Deinen Beitrag, werde wirklich mal bei der Gewerkschaft vorstellig werden und versuchen das Ganze zu diskutieren.
03.05.2015 um 22:54 Uhr
Hier noch passend zum Thema eine neue Broschüre mit ein paar Tipps der Hans Blöcker Stiftung
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