Betriebsgröße

Unter der Betriebsgröße eines Unternehmens versteht man die betriebswirtschaftliche Kennzahl, die die Größe einzelner Unternehmen zu Vergleichszwecken wiedergibt.

Maßgrößen

Aufgrund der Heterogenität von Unternehmen, ist es allerdings nicht möglich eine einheitliche, absolute Kennzahl zu verwenden, weshalb bei der Quantifizierung mehrere Maßeinheiten zur Anwendung kommen. Die Maßeinheiten müssen hierbei Kriterien erfüllen, die einen Größenvergleich mit anderen Unternehmen ermöglichen. Die Maßeinheit muss in diesem Zug sowohl leicht ermittelbar als auch in allen Betrieben und Branchen vorhanden sowie repräsentativ und aussagenkräftig sein. Unter diesen Voraussetzungen zur Verfügung stehende Maßeinheiten sind:

  • die Potentialgrößen (Anzahl der Beschäftigten, verfügbare Arbeitsstunden pro Zeitraum, Bettenzahl bei Hotels, Anlagevermögen, Bilanzsumme oder Geschäftsvolumen)
  • der Güter- und Wertstrom (Ausstoßmenge, Umsatzerlöse, Jahresprämieneinnahmen oder Gewinn) zur Verfügung.

Bei börsennotierten Kapitalgesellschaften wird die Betriebsgröße nicht selten auch anhand der Börsenkapitalisierung bzw. des Börsenwerts und der Jahresüberschüsse beurteilt.

Einteilung nach Betriebsgrößen

Im Hinblick auf die erreichte Maßeinheit gibt es die Klassifizierung in Kleinbetriebe, Mittelbetriebe und Großunternehmen. Kleine und mittlere Betriebe werden dabei häufig mit KMU abgekürzt und zusammengefasst.  Hierbei haben sich beispielsweise in der Industrie die Umsatzerlöse oder die Anzahl der Beschäftigten, im Bankwesen die Summe der Bilanz oder das Geschäftsvolumen und bei Versicherungen die Jahresprämieneinnahmen als Maßeinheiten durchgesetzt.
Eurostat sowie die Europäische Beratungsstelle für KMU teilen Unternehmen in diesem Zug nach der Anzahl der Beschäftigten in folgende Kategorien ein:

  • Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten
  • Kleinunternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten
  • Mittlere Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten
  • Großunternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten

Betriebsratswahl Tipp #4 - Berechnen der Gremiumsgröße, welche Mitarbeiter zählen zur Betriebsgröße?

Gesetze und Verordnungen

Der Gesetzgeber nutzt die definierten Größenunterschiede von Unternehmen des Weiteren dazu ihnen rechtlich individuelle Regelungen zuzuschreiben.

Kündigungsschutz

Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) kommt erst ab einer bestimmten Betriebsgröße zur Geltung. So kommt das KSchG in Kleinbetrieben nicht zur Anwendung. Dies hat zur Folge, dass dort Kündigungen in diesen ohne besondere Voraussetzungen ausgesprochen werden dürfen. Arbeitgeber können dabei, in Abhängigkeit vom Einstellungsdatum, bis zu 10 Arbeitnehmer beschäftigen, bevor das KSchG greift. Dies trifft jedoch nur für neu beschäftigte Arbeitnehmern ab Januar 2004 zu. Sind alle Voraussetzungen für die Anwendung des KSchG erfüllt, muss die Kündigung eines Mitarbeiters durch den Arbeitgeber sozial gerechtfertigt sein, sonst ist diese unwirksam.

Schwerbehindertenvertretung

Abhängig von der Betriebsgröße sind Arbeitgeber mit mindestens 20 regelmäßigen Arbeitsplätze dazu verpflichtet eine bestimmte Anzahl an Schwerbehinderten zu beschäftigen. So müssen Unternehmen die über zwischen 40 und 60 Arbeitsplätze verfügen laut dem Gesetzgeber zwei Schwerbehinderte beschäftigen. Größere Betriebe müssen mindestens 5 Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen (§ 5 Schwerbehindertengesetz). Der besondere Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen (§ 85 Sozialgesetzbuch) ist allerdings völlig unabhängig von der Betriebsgröße eines Unternehmens. Er gilt also auch in Betrieben, in denen der Arbeitgeber gesetzlich nicht zur Einstellung Schwerbehinderter verpflichtet ist und auch in solchen, in denen 10 oder weniger Arbeitnehmer beschäftigt sind, das heißt in Betrieben, in denen der Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz nicht zur Anwendung kommt.

Die Betriebsgröße als Vergleichswert

Durch die Berechnung der Betriebsgröße wird der Vergleich mit anderen Unternehmen aus derselben Branche möglich. Zudem erlaubt sie auch Einschätzen über Marktanteile und Marktmacht möglich. So beträgt der Marktanteil eines Marktteilnehmers mit einem Umsatz von 30 Millionen in einer Branche mit einem Gesamtumsatz von 100 Millionen beispielsweise 30 Prozent.