Einsprüche gegen die Wählerliste: Was tun?

Die Antwort finden Sie in § 4 Abs. 2 der Wahlordnung (WO).
Der Wahlvorstand hat Übereinsprüche unverzüglich zu entscheiden.
Ein schlanker Satz, aber doch mit so verdammt viel Inhalt.

Warum?

Schauen wir uns das mal näher an.

Erstens:

Der Gesetzgeber weist die Aufgabe dem Wahlvorstand zu. Und damit also nicht einem einzelnen Wahlvorstandsmitglied, sondern dem gesamten Gremium, also dem Wahlvorstandsgremium.

Zweitens:

Wie findet nun die Entscheidungsfindung des Gremiums statt?

Durch ordnungsgemäße Sitzungen und Beschlussfassung. Also, der Wahlvorstand muss, auch wenn er die Einsprüche prüft, eine ordnungsgemäße Sitzung und eine ordnungsgemäße Beschlussfassung herbeiführen.

Drittens:

Der Wahlvorstand hat unverzüglich zu entscheiden.

Das bedeutet: Ohne schuldhaftes Zögern.

Sobald es geht muss der Beschluss her.

Viertens:

Und wie prüft der Wahlvorstand jetzt den Einspruch?

Naja, der Wahlvorstand prüft,
A: Ist der Einspruch fristgerecht eingegangen?
B: Der, der da den Einspruch erhebt, darf der das überhaupt?
Das ist also die sogenannte Einspruchsberechtigung.
Und C: Ist der Einspruch inhaltlich berechtigt? Besteht die aktive/passive Wahlberechtigung oder besteht sie nicht? Und was steht dazu in der Wählerliste?

Und heute dieser Wahlspruch:

Wenn die Wählerliste so eine Art Türsteher ist, also wer darf bei der BR-Wahl-Party mitmachen und wer nicht, dann ist die Einspruchsmöglichkeit der Knopf im Ohr des Türstehers.
Der Türsteher sagt: „Der Typ da bleibt draußen.“
Aber der Chef der Disko sagt über den Knopf im Ohr, dass der "Typ" sein bester Freund ist.
Was wird dann wohl der Türsteher machen?