Achtung, doppelte Stützunterschriften!

Eins vorab: Ein wahlberechtigter kann rechtlich gesehen nur einen Wahlvorschlag mit seiner Unterschrift unterstützen. Nicht aber zwei oder gar mehrere Wahlvorschläge.

"Ja, aber was passiert denn jetzt, wenn es ein paar Arbeitnehmer doch tun? Ist ja oft so. Recht hier, Realität da. Und dazwischen der Atlantik."

Haben wahlberechtigte durch ihre Stützunterschriften mehrere Wahlvorschläge unterschrieben, dann ist es Aufgabe des Wahlvorstands gegen diese Personen, die da zwei Mal ihre Unterschrift abgegeben haben, also eben diese Personen aufzufordern, klar Stellung zu beziehen. Nämlich dahingehend, welche Unterschrift sie aufrechterhalten wollen. Der Wahlvorstand setzt dabei diesen Doppel-Unterzeichnern eine Frist von höchstens drei Arbeitstagen.

Ja und wenn jetzt keine Reaktion kommt?

Meldet sich der Angesprochene nicht oder nicht rechtzeitig, so zählt seine Unterschrift nur auf der zuerst eingereichten Liste und sein Name wird auf der, beziehungsweise den später eingereichten Listen gestrichen.
Und jetzt Achtung!
Dort, wo Sie als Wahlvorstand einen Unterstützer streichen, da kann die Streichung zur Ungültigkeit der Liste führen. Nämlich dann, wenn eben die erforderliche Mindestanzahl an Stützunterschriften jetzt fehlt und insoweit nicht nachgebessert wird. Näheres zu diesem Fall finden Sie im § 8 Abs. 3 Nr. 2 der Wahlordnung (WO).
Und noch ein "Achtung"!
In diesem Video ist nur von dem Fall die Rede, in dem es um eine doppelte Stützunterschrift geht. Völlig anders ist der Fall aber, wenn ein Bewerber durch seine Unterschrift auf zwei verschiedenen Wahlvorschlägen kandidieren will. Das nämlich geht erst recht nicht. Für diesen Fall, also den Fall der doppelten Bewerberunterschrift, da hilft Ihnen § 6 Abs. 7 der WO weiter.

So viel von mir. Eins aber fehlt natürlich noch.
Nämlich der Wahlspruch:

Bei den Stützunterschriften gilt: Ein Schuss, ein Treffer.
Wer hier nach dem Prinzip "Doppelt genäht hält besser" verfährt, der geht baden. Sie wissen schon, Atlantik und so.