Personenwahl statt Listenwahl - darf ich selbst entscheiden?

Die Antwort lautet: Nein. Nein, Sie dürfen nicht entscheiden, ob die Betriebsratswahl in Form einer Personen- oder Listenwahl durchgeführt wird. Vielmehr macht das Gesetz hier genaue Vorgaben. Drei Fälle sind dabei zu unterscheiden.

Erstens: Wenn in Ihrem Betrieb in der Regel 5-50 wahlberechtigte Arbeitnehmer arbeiten, dann wird das sogenannte vereinfachte Wahlverfahren durchgeführt. Eines der Kennzeichen des vereinfachten Wahlverfahrens ist, dass eine Personenwahl durchzuführen ist und also keine Listenwahl.

Zweitens: Arbeiten in Ihrem Betrieb in der Regel mehr als 100 wahlberechtigte Arbeitnehmer, dann wird die Betriebsratswahl im normalen Wahlverfahren durchgeführt. Hier kommt die Listenwahl zum Einsatz, nicht die Personenwahl.
Eine Ausnahme gibt es aber, in der auch bei der normalen Wahl die Personenwahl zum Einsatz kommt. Nämlich dann, wenn nur eine einzige gültige Wahlvorschlagsliste existiert. Nur dann also, bei der normalen Wahl, auch Personenwahl und keine Listenwahl. In allen anderen Fällen aber bedeutet normales Wahlverfahren zugleich Listenwahl.

Drittens: Und jetzt zu den Betrieben, in denen in der Regel 51-100 wahlberechtigte Arbeitnehmer beschäftigt sind. Hier gibt es eine Besonderheit. Hier kann der Wahlvorstand nämlich mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass die Betriebsratswahl in Form des vereinfachten Wahlverfahrens durchgeführt werden soll. Wo also diese Vereinbarung, da vereinfachtes Wahlverfahren, da Personenwahl. Wo aber keine Vereinbarung, da normales Wahlverfahren, da grundsätzlich Listenwahl, es sei denn, es gibt nur eine gültige Vorschlagsliste.

Zusammengefasst also: Als Wahlvorstand kann man nur wählen zwischen vereinfachtem Wahlverfahren und normalem Wahlverfahren, das aber auch nur dann, wenn im Betrieb in der Regel 51-100 wahlberechtigte Arbeitnehmer beschäftigt sind und wenn der Arbeitgeber hierbei mitspielt. Nie aber kann der Wahlvorstand direkt und frei entscheiden, ob Personen- oder Listenwahl durchzuführen ist.